Diabetes-FAQ

In Sachen Diabetes Typ 1 seid ihr die Expert_innen. Doch vielleicht sucht auch ihr ab und an nach Antworten auf Fragen, die euch unter den Nägeln brennen.

Hier haben wir die wichtigsten FAQs zusammengestellt. Fallen euch weitere ein? Dann freuen wir uns über eine E-Mail.

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Dabei zerstört das körpereigene Abwehrsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Folge ist ein Mangel an Insulin. Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon mit der Fähigkeit, Energie aus der Glucose zu gewinnen, indem die Glucose aus dem Blut in das Zellinnere transportiert wird. Dort wird sie verarbeitet und als Energie genutzt, wodurch der Blutzuckerspiegel sinkt. Wenn die Herstellung von Insulin durch Diabetes Typ 1 außer Kraft gesetzt ist, steigt der Blutzuckerspiegel rapide an, ohne dass daraus Energie gewonnen werden kann. Um den Körper lebensfähig zu halten, bauen Zellen stattdessen Fett ab, um die benötigte Energie zu generieren. Dabei entstehen unter anderem Ketonkörper, die zu einer Übersäuerung des Körpers führen.

Typischerweise tritt Diabetes Typ 1 vor dem 40. Lebensjahr auf, häufig im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter.

Ein unbehandelter Diabetes Typ 1 kann durch den absoluten Insulinmangel zum Tode führen. Der Grund dafür ist aber nicht der hohe Blutzuckerspiegel, sondern vielmehr die daraus resultierende Ketoazidose infolge des Mangels an Energie. Dadurch, dass die Symptome der Erkrankung bei Typ 1 sehr heftig auftreten, bleibt eine Erkrankung selten unerkannt. Sie kann zwar nicht geheilt, aber gut behandelt werden. Dazu gehören in erster Linie ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Krankheit und eine konsequente Zufuhr von Insulin.

Auch eine tiefe und lang andauernde Hypoglykämie kann zum Tode führen, auch wenn das nur äußerst selten vorkommt. Schützen kann man sich davor, indem man jede einzelne Hypo ernst nimmt, um eine nach und nach entstehende Hypo-Wahrnehmungsstörung zu verhindern. Auch technologische Möglichkeiten helfen: Real-Time-CGM warnt vor niedrigen Werten, wenn man dort einen Schwellenalarm eingestellt hat. Inzwischen gibt es auch Insulinpumpen, die ihre Zufuhr automatisch abriegeln, wenn ein bestimmter Wert unterschritten wird.

Leider gibt es bis heute keine wirksamen Strategien, die Diabetes Typ 1 verhindern oder heilen können.

Verschiedene Symptome können auf einen Diabetes Typ 1 hindeuten. Die Ursache der Symptome liegt vor allem in der Störung des Stoffwechsels, die zu einer extrem hohen Blutzuckerkonzentration führt. Die Folge ist eine Verschiebung im Wasser- und Mineralhaushalt, sowohl im Zentralnervensystem als auch in den Körperzellen.

Einige wichtige Anzeichen, an denen du eine Zuckerkrankheit erkennen kannst:

Vermehrter Harndrang: Ein erstes Anzeichen für eine Diabetes kann ein verstärkter Harndrang sein. Die Betroffenen müssen oft stündlich Wasser lassen. Der Grund dafür ist, dass der Körper bei Diabetes versucht, den erhöhten Zucker im Blut über den Urin auszuscheiden. Der daraus resultierende Wassermangel führt zu stark quälendem und anhaltendem Durstgefühl.

Abgeschlagenheit: Das Fehlen der Nährstoffe in den Körperzellen bei Diabetes führt zu einer ständigen Müdigkeit, der Betroffene fühlt sich schlapp und ist antriebslos. Die Leistungsfähigkeit nimmt stetig ab.

Unerklärbarer Gewichtsverlust: Bei einigen Menschen führt Diabetes zu einer Gewichtsabnahme. Bedingt durch den Flüssigkeitsverlust im Körper infolge des verstärkten Harndrangs führt die Zuckerausscheidung dazu, dass dem Körper Nährstoffe fehlen. Zusätzlich wird der vermehrte Zucker im Blut nicht nur durch Nahrung gebildet, sondern auch der Fett- und Muskelmasse des Körpers entzogen – die Betroffenen nehmen ab.

Heißhunger: Da dem Körper die Nährstoffe für die Zellen fehlen, hat der Betroffene ständig das Gefühl, Nahrung aufnehmen zu müssen. Da die Nährstoffe durch die Stoffwechselstörung nicht in den Zellen ankommen, nimmt er trotz ausreichender Nahrungsaufnahme weiterhin ab. Heißhunger tritt bei ca. 25 % aller Neuerkrankten auf.

Juckreiz und trockene Haut: Eine weitere Folge der Unterversorgung der Körperzellen ist ein starker Juckreiz der Haut. Hinzu kommt eine schlechtere Durchblutung der Haut. Die mangeldurchblutete und damit minderversorgte Haut wird anfälliger für Krankheitserreger, ist gereizter und sensibler.

Infektionsneigung: Unter der Mangelversorgung der Körperzellen leidet auch das Immunsystem des Körpers. Das Abwehrsystem kann den Körper nicht mehr ausreichend schützen und er wird anfälliger für Krankheitserreger. Infektionserkrankungen wie etwa Erkältungen, Fußpilz oder Harnwegserkrankungen treten deutlich häufiger auf.

Verminderte Wundheilung: Neben der schlechten Durchblutung der Haut trägt das geschwächte Immunsystem bei einem Diabetes dazu bei, dass Wunden langsamer verheilen und viel mehr Pflege brauchen als bei gesunden Menschen.

Kopfschmerzen: Eine andauernde Unterversorgung des Gehirns mit Zucker kann zu Kopfschmerzen führen. Oftmals wird der Schmerz durch eine schlechtere Konzentrationsfähigkeit begleitet.

Acetongeruch im Atem: Beim Diabetes Typ 1 kann ein Geruch von Aceton im Atem auftreten, der auf eine Ketoazidose hindeutet. Diese tritt bei absolutem Insulinmangel auf und ruft den Abbau von Fettzellen hervor, wobei als Stoffwechselprodukt Aceton entsteht.

Bitte beachte, dass die Symptome von dem Grad des Insulinmangels abhängen und mögliche Symptome von Fall zu Fall sowohl variieren als auch andere Ursachen haben können. Treten mehrere Symptome in Kombination auf, solltest du einen Arzt aufsuchen und deinen Blutzuckerspiegel untersuchen lassen.

Der Mythos, dass Diabetiker keine Süßigkeiten essen dürfen, hält sich hartnäckig. Dabei gilt die früher typische Diabetikerdiät als überholt. Auch der ausschließliche Verzehr spezieller Diabetikerprodukte und Zuckerersatzprodukte wird heute nicht mehr für nötig gehalten. Menschen mit Diabetes dürfen fast alles essen – gesund und ausgewogen sollte es sein und – wie bei jedem Menschen – alles in Maßen. So sollten auf dem Speiseplan viel Gemüse, Salat und Hülsenfrüchte stehen. Auch ungewohnte Gemüse- und Kohlsorten, die in Deutschland ganzjährig verfügbar sind, sollten reichlich gegessen werden: Weiß-, Rot-, Grün- und Rosenkohl, Chicorée und Wirsing, Schwarzwurzeln oder Sauerkraut enthalten viele Vitamine und sind günstig. Zusätzlich werden Obst, fettarmes Fleisch und Fisch empfohlen, damit der Körper alle wichtigen Nährstoffe erhält.

Allerdings sollte darauf geachtet werden, wie hoch die insgesamt aufgenommene Kohlenhydratmenge in den Speisen ist. Dieser Wert wird gebraucht, um die benötigte Menge an Insulin zu wissen. Eine Diabetes-Beraterin kann dir zeigen, wie Kohlenhydrate berechnet werden. Beachte, dass auch zuckerhaltige Getränke in die Berechnung aufgenommen werden müssen.

Natürlich ist es so, dass Süßigkeiten oftmals einen hohen Fettgehalt haben und wenig wertvolle Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Demensprechend sollte der Verzehr reduziert werden – aber verboten ist das alles nicht.

Ja, es gibt einen Diabetiker-Notfallausweis, in dem neben den persönlichen Daten (Name, Anschrift) auch Medikamente und Einnahmen aufgeführt sind. Zusätzlich werden dort Verhaltensregeln aufgeführt, sollte man einmal nicht mehr in der Lage sein, selbst zu reden. Diesen Pass gibt es auch international. Er sorgt dafür, dass dir in gesundheitlich kritischen Situationen auch im Ausland geholfen werden kann. Der Ausweis zeigt in vielen Sprachen, wie man Menschen mit Diabetes in Notsituationen hilft, und ist online und bei vielen Ärzten erhältlich.

Für eine erfolgreiche Diabetes-Therapie ist es das A und O, seine Blutzuckerwerte zu kennen und lückenlos zu dokumentieren. Die Blutzucker-Selbstkontrolle dient dazu, sich selbst und die Krankheit immer besser zu verstehen. Zugleich bietet die Dokumentation dem Arzt die Möglichkeit, die protokollierten Werte zu interpretieren, um dir eine maßgeschneiderte Therapie anzubieten. Ein Diabetiker-Tagebuch ist über deinen Diabetologen erhältlich, es kann aber auch im Internet heruntergeladen werden. Bei einigen Firmen ist es sogar kostenfrei zu bestellen.

Es gibt aber auch verschiedene Apps, die neben vielen anderen nützlichen Tools eine Dokumentationsfunktion haben. Einige stellen wir auf dieser Seite vor.

Die einen mögen Papier und Bleistift, die anderen ziehen eine digitale Variante vor. Es ist nebensächlich, für welche Art der Dokumentation du dich entscheidest, wichtig sind allein die Verständlichkeit und die Vollständigkeit. Nur eine lückenlose Aufzeichnung liefert dem Diabetologen eine genaue Aussage. Je nachdem, ob du eine CT-, ICT- oder CSII-Therapie machst, unterscheiden sich die Tagebuchvordrucke in ihrer Darstellung. Finde heraus, was du am praktischsten findest.

Die Ursache, warum ein Kind Diabetes Typ 1 bekommt, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Sowohl genetische, ernährungsbedingte als auch umweltbedingte Faktoren sind beteiligt. Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet: In einem gesunden Organismus schützen Antikörper vor Fremdkörpern und Krankheitserregern, wie Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen. Bei einem Diabetes Typ 1 richten sich die Antikörper gegen den eigenen Körper und zerstören in der Bauchspeicheldrüse die Zellen, die für die Produktion des Insulins verantwortlich sind. Die Antikörper richten sich schon lange vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit gegen den eigenen Körper. Aber erst wenn 90 % der Insulin produzierenden Zellen zerstört sind, werden die Symptome so stark, dass das Krankheitsbild ersichtlich ist. Der Grund, warum sich zu irgendeinem Zeitpunkt die Antikörper gebildet haben, ist noch nicht abschließend geklärt. Es wird vermutet, dass Virusinfektionen wie Masern und Röteln zusammen mit einem genetisch veränderten Immunsystem den Startschuss für die Zerstörung der Betazellen geben.

Der Diabetes Typ 1 ist erblich. Das Risiko, dass ein Kind an Diabetes Typ 1 erkrankt, liegt bei 3–5 %, wenn ein Elternteil Diabetiker ist. Sind es beide Elternteile, steigt das Risiko auf bis zu 25 %.

Wenn Kinder an Diabetes Typ 1 erkranken, verändert sich einiges – für die Kleinen selbst und auch für die Eltern. Den Blutzuckerspiegel messen, auf die Ernährung achten und Insulin spritzen – das alles gehört nun zum Alltag. Das Diabetes-Management bedeutet für die ganze Familie mehr Aufwand und zu Beginn verständlicherweise auch Angst und Unsicherheit, denn viele Fragen bedürfen jetzt einer Antwort. Doch zum Glück werden Familien, die ein Kind mit Diabetes haben, nicht allein gelassen. Ärzte, Diabetesberater und Psychologen stehen mit Rat und Tat bereit, um sie zu unterstützen.

So erfahren Eltern und Kinder direkt nach der Diagnose, wie sie den Alltag meistern. Speziell ausgerichtete Schulungen geben zu praktisch jeder Frage die benötigte Antwort. Es werden Selbsthilfegruppen empfohlen, Kontakte zu anderen Diabetikern hergestellt und es wird bei der Suche nach der passenden Therapiewahl unterstützt.

Die Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, da jeder Mensch mit Diabetes seine eigene Problematik mitbringt. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass Diabetes eine Erkrankung ist, die nicht einfach mit Tabletten zu regulieren ist. Ein Diabetiker muss sich jeden Tag mit seiner Krankheit auseinandersetzen, er muss seine Blutzuckerwerte messen und Insulin zuführen und er muss bei allem, was er macht, immer auch seinen Diabetes im Auge behalten.

Das „HB“ steht für Hämoglobin, auch „roter Blutfarbstoff“ genannt, und ist ein eisenhaltiger Proteinkomplex, der in den roten Blutkörperchen den Sauerstoff bindet. Er ermöglicht den Transport von Sauerstoff von der Lunge zu den Organen. Der HbA1c-Wert ist eine Form des roten Blutfarbstoffs, an den ein Molekül Zucker (Glucose) gebunden ist. Das HbA1c (glycosyliertes Hämoglobin) wird auch als „Blutzuckergedächtnis“ bezeichnet. In der Diabetikerbehandlung ist es ein wichtiger Parameter zur Kontrolle der Werte. Er gibt Auskunft, wie hoch der Blutzuckerwert in den vergangenen Wochen durchschnittlich war, und wird meistens alle drei Monate beim Arzt durch eine Blutuntersuchung bestimmt.

Rote Blutkörperchen erneuern sich regelmäßig, dementsprechend hängt der Zeitraum der Untersuchung mit der Lebensdauer des Hämoglobins zusammen. Es hat sich gezeigt, dass der HbA1c-Wert einen untrüglichen Hinweis auf die Stoffwechselqualität gibt. Je langanhaltender die Blutzuckerwerte erhöht sind, desto höher ist der HbA1c-Wert.

Je größer die Menge an Zucker im Blut ist, desto mehr Zuckermoleküle heften sich an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin (HbA1c entsteht) und gelangt so mit dem Blut in alle Körperteile. Je höher der Blutzuckerwert, desto mehr Zucker gelangt in die Organe. Inzwischen ist bekannt, dass nicht nur das Hämoglobin mit Zucker eine Verbindung eingeht, sondern dass auch andere Proteine mit Zucker reagieren, man spricht dann von „glykieren“. Diese Protein-Zucker-Verbindungen sind an späteren Gefäßschäden an kleinsten Arterien (Arteriolen) beteiligt. Die Folge ist eine diabetische Mikroangiopathie. Genauso kann ein über einen längeren Zeitraum hinweg zu hoher HbA1c-Wert zu Schäden an Nieren und Augen führen. Dementsprechend wichtig ist es, den Blutzucker gut einzustellen.

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft hat, den internationalen Empfehlungen folgend, die HbA1c-Messung standardisiert, um dem Risiko von Folgeerkrankungen entgegenzuwirken.

Der HbA1c-Wert liegt bei Nicht-Diabetikern im Bereich von 4–6,1 %. Der Wert gibt Auskunft darüber, welcher Prozentanteil des Hämoglobins mit Glucose (Traubenzucker) verbunden, sprich „verzuckert“ ist. Bei Diabetikern sollte laut Empfehlung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft der HbA1c-Wert unter 58 mmol/mol (7,5 %) liegen, wenn dies ohne schwere Unterzuckerung möglich ist.

Welcher Wert für dich maßgebend ist, legt der Arzt in Absprache mit dir unter Berücksichtigung deiner Lebensumstände und sonstigen Besonderheiten wie z. B. mögliche Begleiterkrankungen fest.

Es gibt eine Formel, die dir eine Umrechnung des HbA1c-Wertes von % in mmol/mol ermöglicht und umgekehrt. Solltest du also nur einen Wert kennen, dich aber der andere Wert zu Vergleichszwecken interessieren, kannst du das selbst mit folgenden Formeln:

Von % in mmol/mol:           HbA1c (mmol/mol) = (HbA1c in % – 2,15) * 10,929

Von mmol/mol in %:           HbA1c (%) = HbA1c in mmol/mol * 0,0915 + 2,15

Das Leben mit Diabetes erfordert jeden Tag ein hohes Maß an Selbstdisziplin und eigenem Verantwortungsbewusstsein. Manches ist durch die chronische Krankheit nur eingeschränkt möglich und bei einigen alltäglichen Dingen hakt es. Dass die Lebensqualität trotz Diabetes durchaus hoch sein kann, zeigen Menschen, die sich gut mit ihrer Krankheit eingerichtet haben. Doch ganz ohne Hilfe geht es gerade am Anfang nach der Diagnose nicht. Da ist dein erster Ansprechpartner natürlich der Arzt und der/die Diabetes-Berater_in. Beide stehen dir mit Rat und Tat zur Seite.

Darüber hinaus ist das Fachwissen über Diabetes eine wichtige Säule, die dir später hilft, die Krankheit richtig einzuschätzen. Es werden deutschlandweit Schulungen in den Diabetes-Schwerpunktpraxen angeboten, um den richtigen Umgang mit Diabetes zu erlernen. Dort erfährst du alles über Blutzuckerwerte, Therapiemöglichkeiten und erhältst wertvolle Tipps für den Alltag.

Außerdem gibt es die unterschiedlichsten Selbsthilfegruppen und Vereine. Die dort anwesenden Menschen haben die gleiche Erkrankung. Viele haben schon einiges an Routine und können dir den einen oder anderen Kniff verraten. Trau dich, vielen hilft das Wissen, mit der Erkrankung nicht alleine zu sein.

Genauso findest du Expertengruppen, die sowohl online wie auch offline in regelmäßigen Abständen Gesprächsrunden anbieten. Dort kannst du in direkter Ansprache deine Sorgen und Nöte teilen.

Diabetes kann sich auch auf die Psyche auswirken und Angst auslösen. Das kann daran liegen, dass der Stoffwechsel nicht richtig eingestellt ist. Auch haben Diabetiker durch die Krankheit eine höhere Belastung, die sich auf die psychische Verfassung auswirken kann. Der richtige Weg ist es, mit dem Arzt/Diabetologen darüber zu sprechen, um die Ursachen abzuklären und zu regulieren. Er wird auch dabei helfen, einen guten diabetologisch ausgebildeten Psychologen zu finden.

Kinder mit Diabetes Typ 1 brauchen eine besondere Aufmerksamkeit. Natürlich stehen die Sorge um das Kind und die Unsicherheit, wie man der Krankheit begegnet, direkt nach der Diagnosestellung im Vordergrund. Doch bereits nach kurzer Zeit haben Eltern in der Regel genügend Routinen entwickelt, um den Diabetes des Kindes zu managen. Gerade am Anfang helfen speziell für Eltern von Kindern mit Diabetes ausgerichtete Schulungen, den richtigen Umgang mit der Erkrankung zu finden. Dort lernen sie alles über nötige Arztbesuche, die Berechnungen der BE/KE/FPE und sie erfahren, wie sie dem Kind helfen können, sich selbst zu helfen.

Wichtig zu wissen ist: Kein Kind muss in Watte gepackt werden, weil es Diabetes hat. Kinder lernen spielerisch, wie sie ihre Krankheit in den Alltag integrieren, und können ein „normales“ Leben führen. Einige Eltern schließen sich speziellen Selbsthilfegruppen an, die den Schwerpunkt bei den Angehörigen von Diabetikern sehen.

Fast jeder ist auf einer Lebensmittelverpackung schon einmal über den Begriff BE gestolpert, die wenigsten können allerdings damit etwas anfangen. Für Diabetiker ist dieser BE-Wert wichtig, denn die Kohlenhydrate in den Speisen werden in Brot-/Berechnungseinheiten (BE) oder in Kohlenhydrateinheiten (KE/KHE) gerechnet. Die Kohlenhydrate sind für das Ansteigen des Blutzuckerspiegels verantwortlich, weshalb die Menge der verspeisten Kohlenhydrate Auskunft darüber gibt, wie hoch die Insulindosis für den Patienten sein muss.

Eine BE entspricht 10–12 Gramm Kohlenhydraten, eine Kohlenhydrateinheit (KE /KHE) etwa 10 Gramm. Anfänglich ist die Berechnung etwas verwirrend, mit der Zeit wirst du die nötige Gewissheit erhalten. Wende dich bitte an eine diabetologische Praxis mit deinen Fragen. In einem persönlichen Gespräch können alle Unklarheiten behoben werden. Schreib deine Fragen vorher auf, dann geht später im Gespräch nichts verloren.

Neben Kohlenhydraten beeinflussen auch Eiweiße und Fette den Blutzucker. Dementsprechend müssen auch diese für die erforderliche Insulindosis berechnet werden. Dazu dient die Fett-Protein-Einheit, auch FPE genannt. Eine FPE entspricht 100 Kilokalorien Fett und/oder Eiweiß, ausgehend von dem Kaloriengehalt von Fett mit 9 Kilokalorien/Gramm und Eiweiß mit 4 Kilokalorien/Gramm. Die Insulindosis für eine FPE orientiert sich am entsprechenden KE- oder BE-Faktor. Bitte kläre mit deinem Arzt oder Diabetologen, wie du mit den FPEs umgehen sollst: Es gibt unterschiedliche Ansätze, sowohl in der Umrechnung als auch in der daraus resultierenden Insulinabgabe.

Die Zuckerkonzentration im Blut wird in zwei verschiedenen Einheiten angegeben: Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und millimol pro Liter (mmol/l). Die international anerkannte Maßeinheit ist mmol/l, in Deutschland hält sich aber weiterhin die Angabe in Milligramm pro Deziliter, aber nur in den alten Bundesländern, in den neuen gilt mmol/l.
Für eine einfache Umrechnung der Blutzuckerwerte kannst du folgende Formel anwenden (bitte beachte, dass die Formel nur einen ungefähren Wert wiedergibt, meistens reicht dieser aber, um Vergleichswerte zu erhalten).

mmol x 18 = mg/dl
mg/dl : 18 = mmol/l

Bei einer milden Hypoglykämie: Einnahme von Kohlenhydraten, bevorzugt in Form von Einfachzuckern, wie Traubenzucker und Fruchtsaft. Es sollten bewusst Einfachzucker aufgenommen werden, da diese schneller im Blut ankommen und dann als Energielieferant zur Verfügung stehen. Der Grund dafür liegt in der Funktionsweise des menschlichen Körpers. Nur Einfachzucker werden aus dem Darm ins Blut geschleust. Jede komplexere Zuckerverbindung (Zweifachzucker, Mehrfachzucker) muss für die Verwertung erst durch Verdauung in einzelne Zuckerteilchen gespalten werden, bevor sie dem Körper zur Verfügung steht. Da die Zuckerspaltung Zeit kostet, wird der schnellere Weg über die Gabe von Einfachzucker gewählt.

Empfohlene Menge an Kohlenhydraten: 20 g, entsprechen ca. 4 Traubenzuckerplättchen. Eine anschließende kleine Mahlzeit stabilisiert den Blutzucker weiterhin.
Bei einer schweren Hypoglykämie: Wenn der Erkrankte noch bei Bewusstsein ist, empfiehlt es sich, schnell verfügbare Kohlenhydrate zu verzehren. Vielleicht sind die Symptome schon so heftig, dass der Betroffene sich selbst nicht mehr helfen kann. Dann vermittle als Angehöriger Ruhe und hilf bei der Kohlenhydrateinnahme. Nach 15 Minuten sollte der Blutzuckerspiegel über 50 mg/dl angestiegen sein, ansonsten sollten weitere Kohlenhydrate eingenommen werden. Zur Vorbeugung einer erneuten Unterzuckerung sollte der Erkrankte eine Mahlzeit zu sich nehmen.

Bei einer sehr schweren Hypoglykämie mit Bewusstlosigkeit: Versuche nicht, einem bewusstlosen Menschen Flüssigkeit oder Traubenzucker einzuflößen.
Der erste und wichtigste Schritt ist, einen Arzt zu verständigen. Dann stelle sicher, dass der Patient in einer stabilen Seitenlage liegt.
Viele Diabetiker haben für den Notfall Glucagon bei sich. Dieses wird durch geschulte Angehörige oder Freunde unter die Haut (subkutan) oder intramuskulär in den Oberschenkel gespritzt. Das Glucagon ist der „Gegenspieler“ zum Insulin und führt zu einem schnellen Blutzuckeranstieg. Diese Wirkung hält nur kurz an, von daher sollte der Erkrankte, nachdem er das Bewusstsein wiedererlangt hat, eine Mahlzeit zu sich nehmen.
Eine Hypoglykämie hat negative gesundheitliche Folgen und sollte möglichst vermieden werden. Es muss mit dem Arzt geklärt werden, inwieweit die aktuelle Therapie angepasst werden kann, um zukünftig Unterzuckerungen frühzeitig entgegenwirken zu können.

Dieser Bereich wird kontinuierlich erweitert. Habt ihr eine Frage, die ihr gerne beantwortet hättet? Schreibt uns eine E-Mail.