ADA2017 – Hoffnung auf Impfstoff gegen Typ1 Diabetes

Nachrichten über einen Diabetes Impfstoff tauchen immer mal wieder in den Medien auf und erzeugen Reaktionen zwischen vorschneller Hoffnung und Skepsis. Verständlich, denn bisher ist es noch nicht gelungen aus vielversprechenden Forschungsergebnissen ein marktreifes Medikament zu entwickeln. Dazu sind aufwendige Studien und langwierige Genehmigungsverfahren nötig um den erhofften Nutzen und vor allem aber auch die nötige Sicherheit belegen zu können. Wenn die Phase der klinischen Studien beginnt, verschwinden die meisten Forschungsprojekte kurz nach der frenetisch gefeierten Präsentation wieder vom Radar der Öffentlichkeit. Solche Studien können unter Umständen über mehrere Jahre andauern. Auf dem diesjährigen Kongress der American Diabetes Association stellten Forscher des Massachusetts General Hospital nun erste Ergebnisse eines Projektes vor, das bereits eine erste Studienphase durchlaufen hat.

Tuberkulose Impfstoff soll auch Diabetes bekämpfen können.

Die Forscher hatten herausgefunden, dass ein generischer Impfstoff (Bacille Calmette-Guérin (BCG) ) der bereits seit über 90 Jahren zur Impfung bei Tuberkulose oder Blasen Krebs eingesetzt wird, ebenfalls bei Diabetes positive Effekte zeigte.

Versuche an Mäusen hatten gezeigt, dass der Impfstoff die Fähigkeit besitzt, die für die Autoimunkrankheit verantwortlichen abnormen weißen Blutkörper zu zerstören.

Nach einer ersten klinischen Studie an Menschen präsentierten die Forscher im Jahre 2012 Ergebnisse. Sie zeigten, dass zwei Injektionen des Impfstoffes verteilt über vier Wochen, zu einer temporären Eliminierung der T-Zellen führten. Darüber hinaus wurde eine erneute Insulinsekretion festgestellt. Dies weckt die Hoffnung Typ1 Diabetes langfristig umkehren zu können.
Auf Basis dieser Erkenntnisse ist nun eine zweite klinische Studie mit 150 Teilnehmern über eine Dauer von fünf Jahren gestartet. Den Teilnehmern werden im Abstand von vier Wochen zwei Injektionen und in den folgenden vier Jahren jeweils eine Injektion des Impfstoffes verabreicht.

„Unser Ziel ist es einen andauernden therapeutischen Effekt zu erzielen. Wir arbeiten mit Menschen bereits die seit vielen Jahren Typ-1 Diabetes haben. Das ist keine Präventionsstudie. Stattdessen versuchen wir ein Regime zu erschaffen mit dem, eine bereits fortgeschrittene Erkrankung behandelbar wird.“

sagte die verantwortliche Studien Leiterin Dr. Denise Faustman.
Sollte das gelingen, stünde in Zukunft ein bereits generischer und günstiger Impfstoff zur Verfügung.
Weitere Informationen :

http://www.bizjournals.com/boston/news/2017/06/10/mgh-study-shows-vaccine-could-permanently-reverse.html

http://www.bizjournals.com/boston/blog/health-care/2015/06/type-i-diabetes-cure-mgh-researchers-say-new-drug.html

http://www.faustmanlab.org/

2 Kommentare

  1. […] Forscher haben bei Versuchen an Mäusen herausgefunden, dass ein generischer Impfstoff (Bacille Calmette-Guérin (BCG)) den man zur Impfung bei Tuberkulose oder Blasenkrebs einsetzt, die Fähigkeit besitzt, die für die Autoimmunkrankheit verantwortlichen abnormen weißen Blutkörper zu zerstören. Erste klinische Studien an Menschen zeigten, dass Injektionen des Impfstoffes zu einer temporären Eliminierung der T-Zellen führten. Zudem wurde eine erneute Insulinsekretion festgestellt.Mehr dazu hier: Diabetes Impfstoff […]

  2. Arno Bauer sagt:

    Es ist schön, dass es einen solchen Impfstoff gibt. Jedoch wird dieser wohl nie für alle Typ1 Diabetiker zugänglich sein. Die Pharmaindustrie mit ihrer Macht in Markt und Politik wird das schon zu verhindern wissen.

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